Gogolin - Multimediale Dokumentationssysteme

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Buxtehuder Tageblatt vom 14.04.2001

Reise ins Innere der Großmaschinen

Dritter Teil der TZB-Serie / Heute: Gogolin

 

Wilfried Gribat-Jahn, Diplom-Ingenieur und Technischer Redakteur arbeitet bei Gogolin. Er schreibt Handbücher für Großmaschinen.
Nach der Recherche im Betrieb fertigt er am Bildschirm die Baupläne mit sämtlichen Einzelteilen.

Foto: Reidl

Buxtehude (ra). Zweideutige Erklärungen oder umständliche Beschreibungen sind Gift auf Wolfgang Gogolins Fachgebiet.
Der 48-Jährige erstellt technische Dokumentationen für Großmaschinen. Im Technologie-Zentrum Buxtehude (TZB) schreiben seine Mitarbeiter alles für den Maschinenhersteller vom Handbuch bis zur Wartungsanleitung. Das ist das Pflichtprogramm, doch Wolfgang Gogolin liefert die Kür gleich mit: multimediale Dokumentationssysteme. Seine Mitarbeiter erstellen auf CD-Rom dreidimensionale Animationen für die Produzenten. So können diese ihren Käufern die neue Maschine in allen Einzelheiten am Bildschirm vorführen. Mit der Animation wird es einfacher, die Benutzer zu schulen oder Fehler zu finden und zu beseitigen.
Mit einem Mitarbeiter ist Wolfgang Gogolin vor drei Jahren ins TZB gezogen. Mittlerweile sind neun Kollegen hinzugekommen Ingenieure mit der Zusatzausbildung zum technischen Redakteur und Layouter. Mitarbeiter zu finden sei schwierig, sagt Gogolin. "Es werden viele ausgebildet, aber der Markt boomt."
Gogolins Kunden sind beispielsweise Messer Cutting und Welding, die Brennschmiedeverfahren für Werften entwickeln. Außerdem schreiben seine Mitarbeiter Handbücher für Maschinen der Textilindustrie, um Stoffe zu färben und zu fixieren.
"Je nach Größe der Maschine besuchen zwei oder drei Redakteure den Betrieb", sagt Gogolin. Vier Tage sind die Ingenieure mit Videokamera und Fotoapparat vor Ort, um jede Angabe der Konstrukteure und jedes Einzelteil genau zu dokumentieren.
"Manchmal werden wir sehr spät gerufen, dann wird die Maschine bereits auseinandergebaut", sagt Gogolin. Während die Einzelteile verschifft werden, haben die Mitarbeiter rund vier Wochen Zeit, um die Zeichnungen, nebst Bedienungsanleitungen zu erstellen und dem Kunden zu schicken. Dabei umfassen allein die Zeichnungen der einzelnen Maschinenteile zehn bis zwölf Ordner.
Die Anleitungen übersetzt Gogolin in alle gewünschten Sprachen. "Wir setzen europaweit Muttersprachler ein", sagt der 48Jährige. So sind die Anleitungen stets dem aktuellen Wortschatz angepasst.
In diesem Jahr hat Wolfgang Gogolin sich ein zweites Standbein geschaffen. Mit "Gosign media" und drei Mitarbeitern ist er ins Netzwerkgeschäft eingetreten. Er bietet unter anderem elektronische Ersatzteilkataloge an. Via Internet kann der Kunde das gewünschte Teil ansehen und bestellen. Außerdem gestaltet Gogolin nebenbei Internetauftritte, etwa. für das Figurentheater Stuttgart und einen Kontaktlinsenhersteller.

© Zeitungsverlag Krause GmbH & Co. KG

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