miprotek Gesellschaft für Hardware- und Software-Entwicklung

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Kreiszeitung / Wochenblatt vom 18.11.2000
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Maschinen Intelligenz einhauchen

Am Jahrhundertbauwerk Kanaltunnel beteiligt - Buxtehuder Software ist Exportschlager

 

Miprotek-Geschäftsführer Martin Cordes (stehend) mit seinem Software-Entwickler Helmut Haganah. Einer von der heißbegehrten Spizies "IT-Experte" - nicht aus Indien, sondern aus Himmelpforten. Haganah steuert gerade die Herstellung von Fertigbauteilen

Foto: ts

(ts). Computerprogramme der Buxtehuder Miprotek GmbH haben dabei geholfen, den berühmten Kanaltunnel zu verwirklichen; das Jahrhundertbauwerk, das Großbritannien mit dem französischen Festland verbindet. Der Buxtehuder Beitrag zu dem neuzeitlichen Wunder der Technik: die Software steuert die Maschinen, die die Stahlbewehrung für die Tunnelwände hergestellt haben. Die Mauern also, die den Wassermassen trotzen und die Schnellzüge auf dem Meersboden fahren läßt.
Seit 1983 gibt es den Software- und Hardwarehersteller Miprotek - in Horneburg gegründet, jetzt nach Buxtehude übergesiedelt. Als Personal Computer noch in den Kinderschuhen steckten, entwickelte das Unternehmen schon Steuerungs- und Automatisierungslösungen. Zum, Beispiel für die Herstellung von Asphalt, für Schweißmaschinen oder für Verpackungstechniken in der Lebensmittel- oder Pharmazeutischen Industrie.
Die Software aus Buxtehude haucht den Maschinen Leben ein. Zum Beispiel einer Asphaltanlage. Sie sorgt dafür, daß genau die richtige Mischung aus Mineralgestein, Sand und Bitumen gemischt wird; sie sagt, wann und bis zu weicher Temperatur das Gemisch erhitzt wird, wann die Filter gereinigt werden; sie läßt den fertigen Aspahlt in die Lkw fallen, die dann zu den Baustellen losbrausen.
"Ein absoluter Nischenmarkt", erklärt Miprotek-Geschäftsführer Martin Cordes, warum der Mittelständler mit 30 Mitarbeitern weltweit im Geschäft ist. Gerade mal eine Hand voll Konkurrenten tummeln sich auf dem Markt. Miprotek kooperiert mit großen deutschen Maschinenherstellern, die die Buxtehuder Software exportieren - nach Südostasien, Venezuela, Puerto Rico.
Dazu braucht man die heißbegehrten sogenannten IT-Spezialisten. Informatiker, Physiker und Mathematiker gehören zum Miprotek-Personal. Sie entwickeln die komplizierten Computerprogramme, designen benutzerfreundliche Bedienungselemente für die Maschinen. Die Spezialisten wollen gehegt und gepflegt werden. Den Denkern muß der Chef schon großzügige Gleitzeit einräumen: Die Leute sind rar. Die kann man nicht zwingen, früh aufzustehen", lacht Cordes.
Der heutige Geschäftsführer stieß Ende der achtziger Jahre zu dem Unternehmen. Als Elektrotechnik-Student der Fachhochschule Hamburg. Das Thema seiner Diplomarbeit: die Steuerung von Asphaltanlagen. Der Frischling von der Uni blieb gleich bei Miprotek hängen. Denn sein Fachgebiet paßte genau in die deutsche Konjunkturlage: Die Mauer war gefallen, Autobahnen sollten gebaut werden, Asphalt mußte also her.
Cordes arbeitete erst als Angestellter, übernahm später Geschäftsanteile und wurde so zum Unternehmer. Die Selbständigkeit sieht er durchaus "optimistisch", wie er sagt. "Man kann sich die Arbeit selbst einteilen.", erklärt er den Vorteil. Was meistens nur heißt: Teile der Arbeit auf den Sonntag zu verlagern.

© Wochenblatt Verlag Schrader GmbH & Co. KG

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