|
|
|
|
Miprotek-Geschäftsführer
Martin Cordes (stehend) mit seinem Software-Entwickler
Helmut Haganah. Einer von der heißbegehrten
Spizies "IT-Experte" - nicht
aus Indien, sondern aus Himmelpforten.
Haganah steuert gerade die Herstellung
von Fertigbauteilen
Foto:
ts
|
 |
(ts). Computerprogramme
der Buxtehuder Miprotek GmbH haben dabei geholfen,
den berühmten Kanaltunnel zu verwirklichen;
das Jahrhundertbauwerk, das Großbritannien
mit dem französischen Festland verbindet.
Der Buxtehuder Beitrag zu dem neuzeitlichen Wunder
der Technik: die Software steuert die Maschinen,
die die Stahlbewehrung für die Tunnelwände
hergestellt haben. Die Mauern also, die den Wassermassen
trotzen und die Schnellzüge auf dem Meersboden
fahren läßt.
Seit 1983 gibt es den Software- und Hardwarehersteller
Miprotek - in Horneburg gegründet, jetzt nach
Buxtehude übergesiedelt. Als Personal Computer
noch in den Kinderschuhen steckten, entwickelte das
Unternehmen schon Steuerungs- und Automatisierungslösungen.
Zum, Beispiel für die Herstellung von Asphalt,
für Schweißmaschinen oder für Verpackungstechniken
in der Lebensmittel- oder Pharmazeutischen Industrie.
Die Software aus Buxtehude haucht den Maschinen Leben
ein. Zum Beispiel einer Asphaltanlage. Sie sorgt dafür,
daß genau die richtige Mischung aus Mineralgestein,
Sand und Bitumen gemischt wird; sie sagt, wann und
bis zu weicher Temperatur das Gemisch erhitzt wird,
wann die Filter gereinigt werden; sie läßt
den fertigen Aspahlt in die Lkw fallen, die dann zu
den Baustellen losbrausen.
"Ein absoluter Nischenmarkt", erklärt Miprotek-Geschäftsführer
Martin Cordes, warum der Mittelständler mit 30 Mitarbeitern weltweit im
Geschäft ist. Gerade mal eine Hand voll Konkurrenten tummeln sich auf dem
Markt. Miprotek kooperiert mit großen deutschen Maschinenherstellern, die
die Buxtehuder Software exportieren - nach Südostasien, Venezuela, Puerto
Rico.
Dazu braucht man die heißbegehrten sogenannten
IT-Spezialisten. Informatiker, Physiker und Mathematiker
gehören zum Miprotek-Personal. Sie entwickeln
die komplizierten Computerprogramme, designen benutzerfreundliche
Bedienungselemente für die Maschinen. Die Spezialisten
wollen gehegt und gepflegt werden. Den Denkern muß der
Chef schon großzügige Gleitzeit einräumen:
Die Leute sind rar. Die kann man nicht zwingen, früh
aufzustehen", lacht Cordes.
Der heutige Geschäftsführer stieß Ende
der achtziger Jahre zu dem Unternehmen. Als Elektrotechnik-Student
der Fachhochschule Hamburg. Das Thema seiner Diplomarbeit:
die Steuerung von Asphaltanlagen. Der Frischling von
der Uni blieb gleich bei Miprotek hängen. Denn
sein Fachgebiet paßte genau in die deutsche Konjunkturlage:
Die Mauer war gefallen, Autobahnen sollten gebaut werden,
Asphalt mußte also her.
Cordes arbeitete erst als Angestellter, übernahm
später Geschäftsanteile und wurde so zum
Unternehmer. Die Selbständigkeit sieht er durchaus "optimistisch",
wie er sagt. "Man kann sich die Arbeit selbst
einteilen.", erklärt er den Vorteil. Was
meistens nur heißt: Teile der Arbeit auf den
Sonntag zu verlagern.
© Wochenblatt
Verlag Schrader GmbH & Co. KG
|