Unternehmensberatung "OneStone Consulting Group". Klienten weltweit

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Kreiszeitung / Wochenblatt vom 30.08.2000
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Die jungen Unternehmen im Technologie-Zentrum Buxtehude

Internationale Märkte im Blick

Die "OneStone Consulting Group" berät Unternehmen weltweit

kol. BUXTEHUDE. Eigentlich wollte der promovierte Verfahrenstechniker Joachim Harder (47) so etwas wie ein Fachjournalist werden. Jetzt macht er zwar was ganz anderes, ist seinem Ziel aber trotzdem sehr nahe gekommen: "Ich schreibe jetzt auch während der Hälfte meiner Zeit - bloß nicht für Zeitschriften, sondern für meine Auftraggeber."

Die Weltkarte hinterm Schreibtisch verweist auf die internationale Ausrichtung von OneStone: Joachim Harder (l.) und Mitarbeiter Frank Philippsen tauschen sich täglich aus

Foto: kol

Das sind weltweit Unternehmen aus dem Bereich Anlagen- und Maschinenbau, die er mit seiner "OneStone Consulting Group" berät. 1997 im Buxtehuder Technologie-Zentrum gegründet, macht der Vier-Mann-Betrieb fast eine Million Mark Umsatz im Jahr.

Zu den Kunden zählen so bekannte Unternehmen wie Reifenhersteller Continental oder Thyssen-Krupp ebenso wie nicht minder große Konzerne wie Svedala aus Schweden, Flender-Getriebebau oder die Babcock Material Handling (BMH) in Buxtehude.
Bei der Claudius Peters AG in Hamburg (heute Teil der BMH), ist Harder als Verfahrenstechniker eingestiegen und hat es in einem halben Jahr zum Entwicklungschef gebracht. Zusammen mit einem im Technologie-Transfer erfahrenen Kollegen macht er sich als Unternehmensberater selbständig, kehrt aber bald schon zu seinem alten Unternehmen zurück. Dort arbeitet er als Marketing-Direktor, bevor ihm an seinem Wohnort mit OneStone erneut der Sprung in die Selbständigkeit gelingt.
Die Gruppe gliedert sich in drei eigenständige Unternehmen mit verschiedenen Schwerpunkten:

  • die Consulting Group berät Unternehmen der Investitionsgüterindustrie und deren Management zu Produkten, Marktlage und Strategien
  • die Intelligence recherchiert und erstellt Marktstudien, die nicht nur einem Auftraggeber zugute kommen, sondern an jeden Interessenten verkauft werden
  • die Technologies betreibt Projektberatung und übernimmt Industrievertretungen.

Die klassische Unternehmensberatung basiert auf einem besonderen Vertrauensverhältnis zwischen OneStone und den Klienten, die dazu internste Unternehmensdaten offenlegen. Der Umfang einer Aufgabe variiert von Vorschlägen zur Lösung von Einzelproblemen bis hin zur kompletten Projektbetreuung. Und natürlich kann sich Harder um diejenigen am intensivsten kümmern, die in Norddeutschland angesiedelt sind. Bei süddeutschen Unternehmen beschränkt sich der Kontakt oft nur auf ein Treffen zur Problembeschreibung und später dann die Präsentation des fertigen Lösungsvorschlags.
Das soll sich jedoch ändern. Harder strebt Partner-Stützpunkte in München, Leipzig, im Rheinland und auch im Ausland an.
Lokale Partner könnten dann ruhig einen anderen Beratungsschwerpunkt haben, aber wenn nötig doch auf das Basiswissen der Zentrale zurückgreifen. Ein weiteres Standbein sollen die Expert-Partner werden, die gezielt auf die typische OneStone-Klientel hinarbeiten. Für das Konzept wurde Harder bereits mit einem Preis auf Landesebene beim "StartUp"-Wettbewerb der Sparkassen ausgezeichnet.
Im Intelligence-Bereich decken Harder und seine Kollegen ihre Spezialgebiete ab, etwa in der Umwelttechnik. Da wird über einen Zeitraum von bis zu einem halben Jahr für einen bestimmten Bereich ein komplettes, weltweites Marktbild erstellt. Dazu wird eigenständig in der Fachpresse oder im Internet recherchiert, vor allem aber bei den Experten in den Unternehmen, die teilweise mit den späteren Käufern der Studie identisch sind. Diese Recherche erübrigt die Kundenwerbung: "Wir akquirieren überhaupt nicht", versichert Harder. Die angesprochenen Experten interessieren sich für die Studie, wollen oft schon gleich wissen, wann sie zu haben ist.
Der Kundenkreis für die Spezialstudien ist natürlich nicht groß. Entsprechend klein ist die Auflage, die aus den PC-Druckern in den OneStone-Büros kommt. Mal sind es essentielle zehn, mal umfassendere 250 Seiten, für die die Käufer 2.000 bis 5.000 Mark zahlen.
Die Marktstudie für Geräte in Container-Terminals hat OneStone unter anderem nach China, Japan, Korea und Amerika verkauft. Und weil sich im Terminal vieles auch auf Reifen bewegt, wurde ein Exemplar von Continental geordert. Die Arbeitssprache, in der die Analysen direkt geschrieben werden, ist in der Regel Englisch.
Ein Großteil der Recherche läßt sich vom Büro aus via Telefon erledigen, auf Wunsch geht's aber raus zu den Kunden der Klienten. Nach Schweden zum Beispiel, wo der OneStone-Mitarbeiter die erklärungsbedürftigen Produkte des Klienten präsentiert. Als Nebeneffekt werden sogar Verkaufsabschlüsse erzielt. Hauptgrund ist aber, daß die OneStone-Experten erfahren, was die Kunden von den Produkten ihrer Klienten erwarten. Mit den Ergebnissen der Marktuntersuchung konnte der Klient seinen Vertrieb in Skandinavien deutlich verbessern.
Der Unternehmensname in Anspielung an das Genie Albert Einstein ist inzwischen nicht nur in Deutschland, sondern in 13 weiteren Ländern geschützt.
Ins TZB zog Harder, weil er sich den Austausch mit anderen Gründern erhoffte. Damals nutze er auch noch den zentralen Computer-Server, den es inzwischen nicht mehr gibt, weil das alte Gerät dem Jahr-2000-Problem zum Opfer gefallen ist. "Schade eigentlich", findet Harder, der jetzt einen eigenen Server im Büro hat, "der gemeinsame Server war effizient und hatte viele Vorteile."
Bei aller Arbeit hat der Mann sogar noch Zeit für Hobbys. So ist er aktiver Fußballtrainer und meint: "Coaching und Unternehmensberatung - das paßt ja auch irgendwie zusammen."

© Wochenblatt Verlag Schrader GmbH & Co. KG

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