Dental-Labor Schwenecke im TZB

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Kreiszeitung / Wochenblatt vom 19.07.2000
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Die jungen Unternehmen im Technologie-Zentrum Buxtehude

Zähne bohren ohne Schmerzen

Dental-Labor Schwenecke im TZB: Mit High Tech zu einem neuen Gebiß

Feinstarbeit unterm Mikroskop: FIrmengründerThomas
Schwenecke packt noch selbst mit an

Fotos: kol

kol. BUXTEHUDE. Thomas Schwenecke (44) macht Zähne. Nagelneue, wenn die alten nicht mehr funktionieren, fest oder herausnehmbar. Das Geräusch, das aus seinem Dental-Labor im Technologie-Zentrum Buxtehude (TZB) dringt, weckt unangenehme Assoziationen: die vom grellem Licht, der Patient mit weit aufgerissenem Mund und ängstlichem Blick in den Sessel gedrückt, während der Zahnarzt bohrt. Aber wenn Schwenecke bohrt, tut das keinem weh, den dazu gehörigen Patienten bekommen er und seine 21 Mitarbeiter nur zu sehen, wenn beispielsweise der Zahnarzt den Patienten zur Farbauswahl vorbeischickt. Die Zahnfarbe: da gibt es unendlich viele Möglichkeiten, Abwandlungen von zahlreichen Grundfarben. "Wir gestalten die Zähne, da sind künstlerische Fähigkeiten gefragt", weiß der Chef. Andere Mitarbeiter, denen mehr das Tüfteln liegt, sind auf die Feinarbeiten unter dem Mikroskop spezialisiert.
Denn es kommt auf weit weniger als Millimeter an, wenn der Zahnprothese richtig sitzen soll auch wenn er die richtigen Zähne nie ganz ersetzen kann: "Sie ist auch nur ein Ersatz, genau wie eine Beinprothese."
Aber woran erkennt der Patient, ob der Zahntechniker gut gearbeitet hat?" Der Patient soll sich möglichst so fühlen, wie vor
beim Blick in den Spiegel sagen: Das bin ich!" Oft eine sehr subjektive Sache, weil die Menschen unterschiedliche Ansprüche stellen, unterschiedlich empfindlich sind.
Wie lange eine Prothese hält, hängt auch davon ab, wie der Patient mit ihr umgeht. Und präzise gebaut muß sie natürlich auch sein. Doch auch wenn keine Fehler unterlaufen - einen Zahnersatz fürs Leben mag der Zahntechniker niemandem versprechen. Zu viele Einflüsse spielen sonst noch bei der Haltbarkeit mit rein: Was ißt der Patient, welche Medikamente nimmt er. Das wirkt sich auf das Milieu im Mund aus, das die Prothese angreifen kann. Und woran kaum einer denkt: Verliert ein Mensch Körpergewicht, nimmt er auch - minimal zwar - im Mund ab. Und dann fängt das Gebiß an zu wackeln... Vor fünf Jahren hat sich Schwenecke im TZB selbständig gemacht. Drei Mitarbeiter hatte er damals. Als er Anfang der 70er Jahre in die Lehre ging, steckte die Zahntechnik im Vergleich zu dem, was heute möglich ist und verlangt wird, noch in den Kinderschuhen, galt als Berufsfeld der Zukunft. Einfache Versorgung war angesagt, das ästhetische Empfinden stand noch nicht so weit im Vordergrund. Zahnlücken konnten nur diejenigen schließen, die es sich leisten konnten. Das änderte sich erst, als der Ersatz von den Krankenkassen übernommen wurde. Zu Recht, wie Schwenecke meint. Zwar sind die Patienten vorher auch mit weniger ausgekommen, aber damals wußten die wenigsten, welche Folgen das hat. Daß sich das ganze Gebiß verschieben kann, wenn es selbst versucht, die Lücke zu schließen.

Nach dem Zahnabdruck entsteht ein Modell, dann wandert die Prothese weiter zum Kunststofftechniker bis hin zum Spezialisten für die Verblendung

Die Branche boomte, als massenweise Amalganfüllungen durch andere Materialien ersetzt wurden. Und es kommen immer dann neue Booms, wenn die Krankenkassen Erhöhungen für die Patienten ankündigen. Noch immer ist es für Zahntechniker kein Problem, Arbeit zu finden, doch ein "Beruf der Zukunft" ist das für Schwenecke längst nicht mehr: "Wir können unsere Preise nicht kalkulieren, sondern bekommen sie von den Kassen vorgeschrieben." Jährliche Steigerungsraten unter der Prozentmarke werden allein von den Lohnforderungen mehr als aufgefressen. Dazu kommt die Unsicherheit: Wer weiß, wie die Politiker im nächsten Jahr deckeln? Und dann bedrohen Großbetriebe und Konkurrenz aus Fernost die kleinen Labors: Weil die teils sogar unter den Kassensätzen liefern können und Standards setzen, bei denen die kleinen mithalten müssen. "Wir können nur über die Qualität konkurrieren", ist Schwenecke froh, daß ihm das gelingt. Kommt ein neues Material, eine neue Technik auf den Markt, muß er neue Maschinen anschaffen. So zum Beispiel den Laser für 50.000 Mark, mit dem die kleinen Lötstellen an Metallkronen vermieden werden. "Und der technische Fortschritt schreitet in der Branche sehr schnell voran", weiß der Zahntechniker aus Erfahrung. Hohe Investitionen für jeden der vielen, kleinen Arbeitsschritte vom Modell zum fertigen Zahnersatz.
Schwenecke profitiert gegenüber größeren Labors in Hamburg auch noch von seiner Nähe zu den Buxtehuder Praxen, auf die er sich konzentriert.
Deshalb will er in der Estestadt bleiben, auch wenn er in fünf Jahren vielleicht schon aus dem TZB ausziehen muß.
Weil die Einrichtung eigens dazu gedacht ist, Existenzgründern den nötigen Anfangsschub zu geben, sind die Verträge in der Regel auf fünf Jahre begrenzt.
Schwenecke bekam die doppelte Laufzeit zugebilligt, weil er vor Ort auch viel investieren mußte. Die Vorteile des TZB haben ihn voll überzeugt: "Es ist einfach alles da, was man braucht. Auch mit dem Gewerbeaufsichtsamt gibt es keine Probleme und die Betreuung ist einfach gut."

© Wochenblatt Verlag Schrader GmbH & Co. KG

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