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Feinstarbeit
unterm Mikroskop: FIrmengründerThomas
Schwenecke packt noch selbst mit an
Fotos:
kol
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kol.
BUXTEHUDE. Thomas Schwenecke (44) macht
Zähne. Nagelneue, wenn die alten nicht
mehr funktionieren, fest oder herausnehmbar.
Das Geräusch, das aus seinem Dental-Labor
im Technologie-Zentrum Buxtehude (TZB) dringt,
weckt unangenehme Assoziationen: die vom grellem
Licht, der Patient mit weit aufgerissenem Mund
und ängstlichem Blick in den Sessel gedrückt,
während der Zahnarzt bohrt. Aber wenn
Schwenecke bohrt, tut das keinem weh, den dazu
gehörigen Patienten bekommen er und seine
21 Mitarbeiter nur zu sehen, wenn beispielsweise
der Zahnarzt den Patienten zur Farbauswahl
vorbeischickt. Die Zahnfarbe: da gibt es unendlich
viele Möglichkeiten, Abwandlungen von
zahlreichen Grundfarben. "Wir gestalten
die Zähne, da sind künstlerische
Fähigkeiten gefragt", weiß der
Chef. Andere Mitarbeiter, denen mehr das Tüfteln
liegt, sind auf die Feinarbeiten unter dem
Mikroskop spezialisiert.
Denn es kommt auf weit weniger als Millimeter an, wenn
der Zahnprothese richtig sitzen soll auch wenn er die
richtigen Zähne nie ganz ersetzen kann: "Sie
ist auch nur ein Ersatz, genau wie eine Beinprothese."
Aber woran erkennt der Patient, ob der Zahntechniker
gut gearbeitet hat?" Der Patient soll sich möglichst
so fühlen, wie vor
beim Blick in den Spiegel sagen: Das bin ich!" Oft
eine sehr subjektive Sache, weil die Menschen unterschiedliche
Ansprüche stellen, unterschiedlich empfindlich
sind.
Wie lange eine Prothese hält, hängt auch
davon ab, wie der Patient mit ihr umgeht. Und präzise
gebaut muß sie natürlich auch sein. Doch
auch wenn keine Fehler unterlaufen - einen Zahnersatz
fürs Leben mag der Zahntechniker niemandem versprechen.
Zu viele Einflüsse spielen sonst noch bei der
Haltbarkeit mit rein: Was ißt der Patient, welche
Medikamente nimmt er. Das wirkt sich auf das Milieu
im Mund aus, das die Prothese angreifen kann. Und woran
kaum einer denkt: Verliert ein Mensch Körpergewicht,
nimmt er auch - minimal zwar - im Mund ab. Und dann
fängt das Gebiß an zu wackeln... Vor fünf
Jahren hat sich Schwenecke im TZB selbständig
gemacht. Drei Mitarbeiter hatte er damals. Als er Anfang
der 70er Jahre in die Lehre ging, steckte die Zahntechnik
im Vergleich zu dem, was heute möglich ist und
verlangt wird, noch in den Kinderschuhen, galt als
Berufsfeld der Zukunft. Einfache Versorgung war angesagt,
das ästhetische Empfinden stand noch nicht so
weit im Vordergrund. Zahnlücken konnten nur diejenigen
schließen, die es sich leisten konnten. Das änderte
sich erst, als der Ersatz von den Krankenkassen übernommen
wurde. Zu Recht, wie Schwenecke meint. Zwar sind die
Patienten vorher auch mit weniger ausgekommen, aber
damals wußten die wenigsten, welche Folgen das
hat. Daß sich das ganze Gebiß verschieben
kann, wenn es selbst versucht, die Lücke zu schließen.
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| Nach
dem Zahnabdruck entsteht ein Modell, dann
wandert die Prothese weiter zum Kunststofftechniker
bis hin zum Spezialisten für die Verblendung |
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Die
Branche boomte, als massenweise Amalganfüllungen
durch andere Materialien ersetzt wurden. Und
es kommen immer dann neue Booms, wenn die Krankenkassen
Erhöhungen für die Patienten ankündigen.
Noch immer ist es für Zahntechniker kein
Problem, Arbeit zu finden, doch ein "Beruf
der Zukunft" ist das für Schwenecke
längst nicht mehr: "Wir können
unsere Preise nicht kalkulieren, sondern bekommen
sie von den Kassen vorgeschrieben." Jährliche
Steigerungsraten unter der Prozentmarke werden
allein von den Lohnforderungen mehr als aufgefressen.
Dazu kommt die Unsicherheit: Wer weiß,
wie die Politiker im nächsten Jahr deckeln?
Und dann bedrohen Großbetriebe und Konkurrenz
aus Fernost die kleinen Labors: Weil die teils
sogar unter den Kassensätzen liefern können
und Standards setzen, bei denen die kleinen mithalten
müssen. "Wir können nur über
die Qualität konkurrieren", ist Schwenecke
froh, daß ihm das gelingt. Kommt ein neues
Material, eine neue Technik auf den Markt, muß er
neue Maschinen anschaffen. So zum Beispiel den
Laser für 50.000 Mark, mit dem die kleinen
Lötstellen an Metallkronen vermieden werden. "Und
der technische Fortschritt schreitet in der Branche
sehr schnell voran", weiß der Zahntechniker
aus Erfahrung. Hohe Investitionen für jeden
der vielen, kleinen Arbeitsschritte vom Modell
zum fertigen Zahnersatz.
Schwenecke profitiert gegenüber größeren
Labors in Hamburg auch noch von seiner Nähe zu
den Buxtehuder Praxen, auf die er sich konzentriert.
Deshalb will er in der Estestadt bleiben, auch wenn
er in fünf Jahren vielleicht schon aus dem TZB
ausziehen muß.
Weil die Einrichtung eigens dazu gedacht ist, Existenzgründern
den nötigen Anfangsschub zu geben, sind die Verträge
in der Regel auf fünf Jahre begrenzt.
Schwenecke bekam die doppelte Laufzeit zugebilligt,
weil er vor Ort auch viel investieren mußte.
Die Vorteile des TZB haben ihn voll überzeugt: "Es
ist einfach alles da, was man braucht. Auch mit dem
Gewerbeaufsichtsamt gibt es keine Probleme und die
Betreuung ist einfach gut."
© Wochenblatt
Verlag Schrader GmbH & Co. KG
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