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junge Unternehmen beherbergt das Buxtehuder
Technologiezentrum
Foto:
ma
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Flexibel,
wenn sich der Bedarf ändert
(kol). 15
Unternehmen beherbergt das städtische
Technologie-Zentrum Buxtehude (TZB), derzeit
auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern.
1985 gegründet, herrscht hier ein
ausgewogenes Verhältnis von Kommen
und Gehen: Grob gesagt kommen pro Jahr
zwei neue Jungunternehmen hinzu, und zwei
stellen sich auf eigene Füße.
Wenn sich die Erwartungen von Armin Ußling,
der die Unternehmer betreut, erfüllen,
wird sich in den nächsten Monaten
schon die Zahl der Arbeitsplätze im
TZB mehr als verdoppeln. Er geht davon
aus, daß ein Betrieb ausziehen wird
und dafür gleich fünf neue einziehen
- einer davon mit geschätzten 70 Mitarbeitern.
Daß eine solche Aufstockung überhaupt
möglich ist, zeigt, daß es hier
immer noch genügend Kapazität
gibt, um flexibel auf neuen Bedarf reagieren
zu können.
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kol.
BUXTEHUDE. Beim Einzug ins Technologie-Zentrum
Buxtehude im Jahr 1998 hatte die auf EDV-Handel
und -Dienstleistungen spezialisierte "Gogolin
KG" gerade mal zwei festangestellte Mitarbeiter,
inzwischen hat sich der Stab verdreifacht,
außerdem arbeiten noch fünf freie
Mitarbeiter dem jungen Unternehmen zu. Und
was machen die?
"Unsere Schwerpunkte sind die technische Dokumentation im Maschinen- und
Anlagenbau, die Übersetzung der Texte in alle europäischen Sprachen
und die Illustrationen für Handbücher", umreißt Firmengründer
und -chef Wolfgang Gogolin (48) das Spektrum.
Er
und sein Team profitieren von mehreren Entwicklungen
des vergangenen Jahrzehnts: Der Gedanke der Arbeitssicherheit
rückt immer mehr in den Vordergrund und
damit auch der Bedarf an exakten Beschreibungen
und Anleitungen für die Maschinen. Gleichzeitig
haben immer mehr Herstellerfirmen gemerkt, daß solche
Leistungen sich außerhalb ihres Kernbereichs
im eigenen Unternehmen nicht rentieren. Die Arbeiten
werden also an Firmen wie die Gogolin KG vergeben.
Und
dann ist da noch die Vereinheitlichung der Vorschriften
im Zuge der Europäischen Einigung. Gogolin
kann der oft gescholtenen EU-Bürokratie
viel Gutes abgewinnen: Die Maschinenrichtlinie
sei so gut, daß auch Vorgaben abgedeckt
werden, die außerhalb der EU gelten. Und
daß es nur noch eine Richtlinie gibt, erleichtert
die Arbeit für die international agierenden
Unternehmen ungemein.
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Im
Großraumbüro arbeiten Zeichner
und Redakteure im Team eng zusammen (im
Bild: Birgit Schmidt und Heiko Bagdonat).
Anschließend kommen die Übersetzer
zum Zug
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Vom
Brennschneider über TextiImaschinen bis
zu Automaten für den Reifenaufbau - das
alles gehört zum Spektrum von Gogolin.
Im Gespräch mit den Konstrukteuren der Maschinen
erarbeiten die Technischen Redakteure aus Buxtehude
eine Rohfassung ihrer Dokumentation, die vom Hersteller
nochmal überprüft wird. Das Endprodukt muß alle
technischen Daten enthalten, Skizzen von der Maschine
und vor allem eine Beschreibung, wie das Gerät
zu transportieren, aufzustellen und zu bedienen ist. "Ist
die Anleitung fehlerhaft, ist die Maschine fehlerhaft",
lautet ein Grundsatz der Produkthaftung. Mögliche
Gefahrenquellen müssen erkannt werden, auch dem
Mißbrauch von Sicherheitsvorkehrungen muß ein
Riegel vorgeschoben werden.
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Wolfgang
Gogolin zog 1998 ins TZB und hat seine
Belegschaft seither verdreifacht
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"Wichtig
ist, daß wir aus der Sicht der Bediener
schreiben", schildert Gogolin die Aufgabe
seiner Redakteure. "Die Konstrukteure hingegen
würden vor allem versuchen, ihre technische
Leistung herauszustellen.
Die Bedienung wird per Video aufgezeichnet und dann
in einen Text übersetzt.
Nach
einer kaufmännischen Lehre studierte Firmenchef
Gogolin Physik und heuerte anschließend
bei einem Konstruktionsunternehmen an, wo er
bald den Software-Bereich übernahm. "Da
bin ich dann in die Technische Dokumentation
reingerutscht." Allerdings gab es den Begriff
damals überhaupt noch nicht, der Bereich
entwickelte sich gerade erst, ausgelöst
durch steigendenden Export und zunehmende Vorschriften
im In- und Ausland.
Als er sich dann selbständig machte, dachte der
bei Sittensen wohnende Jungunternehmer natürlich
zuerst an Hamburg. Doch in Buxtehude fand er sofort
Unterstützung durch kompetente Ansprechpartner
und im Technologiezentrum die gesamte Infrastruktur,
die er anderorts erst noch selbst hätte aufbauen
müssen. "Auch unsere Kunden haben kein Problem
mit unserer Randlage", weiß Gogolin inzwischen.
Im Gegenteil: Der preisgünstige Standort läßt
darauf schließen, daß die Kosten so weit
als möglich begrenzt werden.
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So
sieht eine Handbuch-Detailzeichnung einer
Maschine für die Zigarettenherstellung
aus. Damit werden später Filter produziert
Fotos:
kol
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Obwohl
Gogolin auch mit einigen seiner direkten Nachbarn
im TZB gut zusammen arbeitet, will er nicht unbegrenzt
hier bleiben. In zwei Jahren, hofft er, die Größe
seines Unternehmens mindestens noch einmal verdoppelt
zu haben. Dann könnte es hier doch etwas
eng werden. Außerdem sei dann die Aufgabe
der städtischen Einrichtung erfüllt,
dem jungen Unternehmen auf die Sprünge geholfen
zu haben.
Einen Standort-Nachteil von Buxtehude hat der Unternehmer
inzwischen aber doch noch herausgefunden: Es fällt
schwer, qualifiziertes Personal zu finden. "Wer
von Düsseldorf kommt, zieht lieber gleich nach
Hamburg."
Die Technischen Redakteure und vor allem Übersetzer
können sich das noch aussuchen, sind sie doch
gefragte Mangelware. Es würden einfach zu wenige
ausgebildet.
Dabei
ist das seiner Meinung nach ein Beruf mit Zukunft.
Zum Technischen Redakteur braucht ein Diplomingenieur
noch eine einjährige Zusatzausbildung. Und
durch die zunehmende weltweite Vernetzung (hauptsächlich
via Internet) sind die spezialisierten Übersetzer
gefragter denn je.
"Unsere
Kunden sind wie kleine Inseln", erklärt
Gogolin, warum es in der Branche keine Mund-zu-Mund-Propaganda
gibt und er sich schon selbst ans Telefon hängen
muß, Prospekte verschickt und auf Fachmessen
präsent ist, um an neue Aufträge zu
kommen. Auch dabei hilft ihm das Internet: einer
seiner jüngsten Neukunden ist ein Tablettenmaschinenhersteller
aus Argentinien, der im Netz auf ihn aufmerksam
wurde.
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